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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Lander - Mittelalter, Fruhe Neuzeit, Note: 1,3, Freie Universitat Berlin (Friedrich-Meinecke-Institut fur Geschichtswissenschaften), Veranstaltung: Egodokumente und Geschlechterdiskurs in der Fruhen Neuzeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Phanomen der Hexenprozesse gehoert zweifelsohne zu den Schlusselmomenten der europaischen fruhen Neuzeit. Sie sind ein markanter Punkt der UEbergangsphase von mittelalterlicher sozialer Praxis hin zu Praktiken, die uns gemeinhin als modern anmuten. Das betrifft einerseits Praktiken im juridisch-administrativen Komplex andererseits aber auch Praktiken, die die Spannungsfelder von Individuum und sozialem Kollektiv, den Konflikt zwischen zunehmender Privatisierung einzelner Lebensbereiche und oeffentlichem Raum sowie die Tradierung und Modernisierung sozialer und geschlechtlicher Rollenbilder bzw. deren politische Aufladung zu Zwecken der sozialen Disziplinierung und Durchsetzung fruhstaatlicher Herrschaftspraxis betreffen. Besonders augenfallig ist hierbei, dass das Verbrechen der Hexerei (maleficium) nachweislich ein intellektuelles Konstrukt darstellt, das gerade in landlichen und strukturell ruckstandigen Regionen Europas die Funktion eines allgemeinen Erklarungsmusters fur Missernten, Epidemien, hohe Kindersterblichkeit und ahnlich existentiell bedrohliche Phanomene darstellte. Die Personifizierung der Existenzangst in Form der Hexe und deren aktive Bekampfung durch die im Entstehen begriffene staatliche Gewalt scheinen aus moderner Perspektive vieles vorweg zunehmen, was im spaten 19. und im ganzen 20. Jahrhundert hindurch durch rassistische und antisemitische Feindbildkonstruktionen soziale Praxis war und ist. Der Brief der der Hexerei angeklagten Katharina Henot aus dem Koelner Gefangnis von 1627 ist Zeugnis der Ohnmacht mit der die Betroffenen der allgemein ublichen Folterpraxis gegenuberstanden. Dieser Brief steht exemplarisch fur viele andere erhaltene
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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Lander - Mittelalter, Fruhe Neuzeit, Note: 1,3, Freie Universitat Berlin (Friedrich-Meinecke-Institut fur Geschichtswissenschaften), Veranstaltung: Egodokumente und Geschlechterdiskurs in der Fruhen Neuzeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Phanomen der Hexenprozesse gehoert zweifelsohne zu den Schlusselmomenten der europaischen fruhen Neuzeit. Sie sind ein markanter Punkt der UEbergangsphase von mittelalterlicher sozialer Praxis hin zu Praktiken, die uns gemeinhin als modern anmuten. Das betrifft einerseits Praktiken im juridisch-administrativen Komplex andererseits aber auch Praktiken, die die Spannungsfelder von Individuum und sozialem Kollektiv, den Konflikt zwischen zunehmender Privatisierung einzelner Lebensbereiche und oeffentlichem Raum sowie die Tradierung und Modernisierung sozialer und geschlechtlicher Rollenbilder bzw. deren politische Aufladung zu Zwecken der sozialen Disziplinierung und Durchsetzung fruhstaatlicher Herrschaftspraxis betreffen. Besonders augenfallig ist hierbei, dass das Verbrechen der Hexerei (maleficium) nachweislich ein intellektuelles Konstrukt darstellt, das gerade in landlichen und strukturell ruckstandigen Regionen Europas die Funktion eines allgemeinen Erklarungsmusters fur Missernten, Epidemien, hohe Kindersterblichkeit und ahnlich existentiell bedrohliche Phanomene darstellte. Die Personifizierung der Existenzangst in Form der Hexe und deren aktive Bekampfung durch die im Entstehen begriffene staatliche Gewalt scheinen aus moderner Perspektive vieles vorweg zunehmen, was im spaten 19. und im ganzen 20. Jahrhundert hindurch durch rassistische und antisemitische Feindbildkonstruktionen soziale Praxis war und ist. Der Brief der der Hexerei angeklagten Katharina Henot aus dem Koelner Gefangnis von 1627 ist Zeugnis der Ohnmacht mit der die Betroffenen der allgemein ublichen Folterpraxis gegenuberstanden. Dieser Brief steht exemplarisch fur viele andere erhaltene